Sonntag, 6. Mai 2012

Archos 101 G9 Turbo - ein kurzer Erfahrungsbericht

Nachdem ich beruflich ein iPad 2 in Händen hielt, wollte ich auch privat den Schritt in das Tablet-Zeitalter wagen. Meine Suchkriterien waren einfach: günstig, Android 4, 10" Display, 1GB RAM und GPS. Vor knapp einem Monat (Mitte April 2012) war die Liste der Treffer recht kurz, das Archos 101 G9 Turbo war mit knapp 300EUR der günstigste Kandidat, der es dann auch in den Warenkorb schaffte. Die Turbo Variante mit 8GB Flashspeicher und 1,5GHz OMAP Multi Core CPU sollte mit Android 4 geliefert werden, es war dann doch "nur" 3.2 vorinstalliert - allerdings meldete das Gerät kurz nach Verbindung mit meinem WLAN das entsprechende Update, das dann auch recht zügig durchgeführt wurde. Bei der Gelegenheit fiel mir der subjektiv recht gute WLAN Empfang aus - der WLAN AP steht im EG, der Empfang im DG durch eine Stahlbetondecke und eine Holzdecke war immer noch recht gut. Mein EEEPC und meine Android Smartphones kämpfen da schon mit Verbindungsabbrüchen.

In anderen Tests wird das Gerät gerne mit dem, doppelt so teuren, iPad 2 verglichen - ein recht unfairer Vergleich. Ja, das Archos 101 G9 Turbo ist günstig und wirkt auch so. Das Gehäuse ist aus Kunststoff und nicht gerade verwindungssteif. Der "Turbo"-Aufkleber auf der Vorderseite macht dem "MADE IN CHINA" auf der Rückseite alle Ehre. Aber es ist flott und spielt auch HD Videos ruckelfrei ab - wer mit dem vorinstallierten Media Player von Archos MPEG2 Videos oder AC3 Ton ausgeben will, wird in den Archos Shop verwiesen - für je 6 Euro oder 10 Euro für beides zusammen bekommt man die entsprechenden Codecs. Alternativ lädt man aus dem Play Store den Dice Player, dieser leistet für EUR 4,10 das selbe. Auch bei Google Earth ruckelt nichts, vom Nachladen der Karten abgesehen. Die Akkulaufzeit ist brauchbar, einen objektiven Benchmark kann ich aber leider nicht anbieten.

Es ist nur eine Kamera verbaut, an der Vorderseite, diese soll Videos in 720p aufnehmen können und reicht für Videotelefonie aus - wer einen Fotoapparat such wird enttäuscht. Der integrierte, ausklappbare Standfuß ist eine nette Idee und völlig ausreichend wenn man auf festem Untergrund Videos anschauen will. Wäre der Standfuß mittig und aus etwas stabilerem als Kunststoff gefertigt, könnte man auch noch tippen ohne das Tablet damit zum Wanken zu bringen.

Ich mag das Tablet - trotz kleinerer Mängel - nicht mehr missen. Im Bett oder unterwegs PDF Dokumente studieren - dafür ist das Tablet leicht genug. Den 3G Stick habe ich recht rasch nachgekauft, auch wenn mein Android Smartphone als Wireless AP herhalten kann - integriertes 3G ist dann doch praktischer und mit EUR 46,irgendwas auch nicht so teuer.

Ach ja, die (noch nicht erwähnten) kleinen Mängel: die Micro SDHC Karte ragt gut einen Millimeter aus dem Gehäuse und hätte man besser hinter einer Abdeckung versteckt - im Betrieb hat es jedoch noch nicht gestört oder zum ungewollten Auswurf geführt (wie in manch anderem Testbericht zu lesen). Einer der Gummifüße hat sich nach nur drei Tagen verabschiedet - meine entsprechende Mail wurde vom Support nach vier Stunden beantwortet, der Brief mit vier Ersatzfüßen lag nach vier Tagen im Postkasten - Kategorie "verschmerzbar".

Der Touchscreen ist zuweilen recht empfindlich und reagiert schon bei geschätzten 2 Millimeter Abstand - eine Rekalibrierung schafft hier Abhilfe. Und ein paar Applikationen meinen mit diesem Modell inkompatibel zu sein - das mag vielleicht an der CPU (!= Tegra) liegen obwohl diese recht leistungsfähig zu sein scheint.

Mittwoch, 1. September 2010

Quickie: sort!

Weil ich grad zu dem Thema google bemüht habe, aber dann doch recht flink selbst die Lösung gefunden habe: ich wollte "meine" Datei /etc/passwd sortiert haben (im Rahmen einer Server-Migration sind recht viele Zeilen enthalten, die noch dazu recht durchgemischt sind) - ich fürchtete schon ich müsste irgednwie awk bemühen (sehr mächtig, aber auch anspruchvoll).

Wenn man aber fähig und gewillt ist eine Manpage zu lesen, kommt man recht schnell auf:

# cat /etc/passwd | sort -t: -k3 -n

Ich lenke also die Ausgabe von cat zu sort um, gebe als Spaltentrennzeichen den Doppelpunkt an (-t:), sortiert werden soll nach Spalte 3 (-k3) und das ganze dann bitte numerisch (-n) - denn ich will nach User-Id sortieren und gebe ich nicht -n an, wird der Inhalt der Spalte als Zeichen und nicht als Zahl interpretiert.

Tatsächlich leite ich die Ausgabe aber noch in eine Datei um und ersetze damit meine /etc/passwd...

Dienstag, 29. Juni 2010

den Zugriff auf phpMyAdmin einschränken

phpMyAdmin ist ein hilfreiches Werkzeug, das allerdings nicht in falsche Hände geraten sollte. Standardmäßig ist es, zumindest unter Debian, nach der Installation für jederman unter http://[Adresse des Webservers]/phpmyadmin erreichbar.

Wer nicht auf dieses Werkzeug verzichten möchte, kann den Zugriff zum Beispiel auf den internen IP Adressbereich einschränken. Wer die phpMyAdmin-Konfiguration im üblichen Verzeichnis (/etc/apache2/sites-available) sucht, sucht vergeblich. Im Verzeichnis /etc/apache2/conf.d befindet sich in meinem Fall (Debian Lenny) ein Link "phpmyadmin.conf" der nach /etc/phpmyadmin/apache.conf zeigt. Ich editiere also:

# vim /etc/phpmyadmin/apache.conf

In der Section Directory (sollte ohnehin ziehmlich am Anfang stehen) füge ich folgende, rot markierte Zeilen ein:

...
Options Indexes FollowSymLinks
DirectoryIndex index.php
Deny from all
Allow from 192.168.0.0/24
...

Die Zeile "Deny from all" bewirkt zunächst, wie unschwer zu erkennen, dass der Zurgiff von allen Quellen gesperrt wird. Anschließend, erlaube ich den Zugriff aus meinem internen Adressbereich. Habe ich den Server bei einem Hoster untergebracht könnte ich hier zB auch auf die öffentliche IP Adresse meines Internetanschlusses einschränken.

Anschließend nicht vergessen die Konfiguration neu zu starten:

# /etc/init.d/apache2 reload

Siehe dazu auch:
http://httpd.apache.org/docs/2.2/howto/access.html

verlorenes/vergessenes MySQL root Passwort zurücksetzen

Weil es mir kürzlich tatsächlich passiert ist - was tun wenn das Kennwort des MySQL root Users nicht mehr stimmt, verloren gegangen ist oder schlicht vergessen wurde. Zugriff als root auf die Konsole vorausgesetzt, wirken folgende Schritte Wunder:

Zunächst stoppt man den MySQL Server:

# /etc/init.d/mysql stop

Dann startet man den MySQL Server, "deaktiviert" dabei aber die Passwortabfrage:

# /usr/bin/mysqld_safe --skip-grant-tables &

(das "&" am Schluss bewirtk, dass der Prozess im Hintergrund gestartet wird)

Nun kann man sich ohne Passwort am MySQL Server anmelden:

# mysql -u root

In der MySQL Shell gibt man nun nacheinander folgende Befehle ein und ersetzt dabei "PasswortNeu" durch das gewünschte neue Passwort!

mysql> use mysql;
mysql> update user set password=PASSWORD('PasswortNeu') where user='root';
mysql> flush privileges;
mysql> quit

Nach der letzten Zeile landet man wieder auf der Shell und muss nun den MySQL Server neu starten:

# /etc/init.d/mysql restart

Anschließend empfiehlt es sich, das neue Passwort noch zu testen:

# mysql -u root -p

Kann man sich erfolgreich anmelden, wäre es unter Umständen ratsam das neue Passwort sicher in einem Passwortsafe abzulegen...

Donnerstag, 27. Mai 2010

VMWare Guest neu aufsetzen

Wenn man so wie ich gewisse Dinge nicht täglich oder gar nur extrem selten durchführt, stößt man mitunter auf gewisse Informationslücken, deren Überwindung unnötig Zeit kostet. Heutiges Beispiel: wie setze ich einen VMWare Gast neu auf.

Blöd wenn man die von lokalem CD (ISO) Image tun will - dieses lässt sich nur im Betrieb verbinden und diese Verbindung wird nach einem Neustart getrennt - die Zeit die nach dem Einschalten des Clients bleibt um das Image zu verbinden ist eher kurz. Genau so kurz die wie zeit die bleibt um in's BIOS einzusteigen.

Man klickt im vSphere Client die entsprechende Maschine mit der rechten Maustaste an und wählt aus dem Kontextmenü ie Option "Einstellungen bearbeiten...". In den Eigentschaften der virtuellen Maschinen wechselt man in den Reiter "Optionen" und klickt auf die Einstellung "Startoptionen". Rechts gibt es nun die Option "BIOS-Setup erzwingen", welche dazu führt, dass beim nächsten Start der Maschine direkt in's BIOS eingestiegen wird (wie der Name schon sagt...).

Nun startet man die Maschine und wartet bis sich der BIOS Bildschirm meldet. Gemächlich kann man nun das ISO Image verbinden, vergisst vor lauter Freude auch nicht im BIOS unter "Boot" das "CD-ROM Drive" in der Reihenfolge vor die Festplatte zu setzen (Taste [+] im NumPad) und steigt wie gewohnt mit der Taste F10 aus dem BIOS aus.

Gegebenenfalls wiederholt man die Schritte nach dem neu Aufsetzen, wobei man sich wahrscheinlich darauf beschränkt die Boot-Reihenfolge wieder zu ändern, damit man auch beim nächsten Mal wieder darüber nachdenken kann...

Mittwoch, 6. Mai 2009

Debian 5.0 (Lenny) vs. Sun VirtualBox

Nachdem ich nun seit längerem Ubuntu verwende, wollte ich mal wieder reine Debian Luft schnuppern - allerdings nur virtuell, also in einer virtuellen Maschine vulgo Box. Das ISO File des netinstallers war schnell geladen, VirtualBox läuft in der Version 2.2.2 unter Windows auf einem Notebook. Die Installation selbst war unspektakulär, die Installation der GuestAdditions minimal aufwändig, wie im Folgenden beschrieben.

Das ISO mit den Gasterweiterungen einbinden über [Geräte]/[Gasterweiterungen installieren... ] - dank Automount wird das Abbild nach /media/cdrom0 gemountet. Funktioniert Automount nicht (Server,...), dann vorher das ISO Image mounten.

Um herauszufinden welches Device das CD-ROM Laufwerk ist, kann man zB folgenden befehl nutzen:

# dmesg | grep "VBOX CD-ROM"

Bei mir ist es /dev/hdc, also:

# mount -t iso9660 /dev/hdc /media/cdrom0

Zuerst ein paar Zusatzpakete installieren:

# apt-get install build-essential linux-headers-`uname -r`

Dann - und hier sollte man lesen was mount so alles auswirft, nämlich dass das ISO mit der Option "noexec" gemountet wird - den Installer (in meinem Fall für ein 32Bit System!) folgendermaßen starten:

# sh /media/cdrom0/VBoxLinuxAdditions-x86.run

Die Installation ging bei mir recht flott und nach einem Neustart war die Gasterweiterung aktiv...